Konservierung spätmittelalterterlicher Wandmalereien und Putzoberflächen in der St. Andreas-Kirche in Burgsdorf, Sachsen Anhalt.

Auf der Oberfläche der spätmittelalterlichen Kalkmalereien (um 1230/40) konnte im Rahmen einer Diplom-Arbeit (von Jutta Hansch-Feldmann, 2000) ein stark gealtertes, substanzgefährdendes Festigungsmittel (Stärkeleim, um 1900 aufgebracht) festgestellt werden. Diverse Vorgänge bewirkten die Alterung des Stärkeleims an der Oberfläche der Malerei -  das Festigunsmittel war stark verbräunt, versprödet und wasserunlöslich. Durch klimatische Schwankungen in der Kirche wurde die spätmittelalterliche Malschicht zusammen mit dem Stärkeleim vom Putzuntergrund gelöst (Substanzgefährdung). Im Rahmen der Massnahmen wurde der umfangreich erhaltene, mittelalterliche Putz gesichert (Hohllagenverfüllung, Entfernung späterer Putzergänzungen, Entfernung von jüngeren zementhaltigen Sockelputzen sowie Putzergänzung nach erstellter Sieblinie).

Die Malereioberfläche wurde von aufliegendem Staub gereinigt. Um in einem nachfolgenden Arbeitsgang den Stärkeleim abnehmen zu können wurde die Malschicht mineralisch gefestigt. Durch Auflage von Kompressen konnte der Stärkeleim angequollen, nachträglich mit Wasser angelöst und entfernt werden. Die im Rahmen der Diplomarbeit sowie im Zusammenhang mit den Massnahmen 2001 gewonnenen Erkenntnisse zur Schadensproblematik und Ursachenbehebung an den mittelalterlichen Putz- und Malschichtoberflächen konnten unmittelbar auf die übrigen Wandflächen des Kircheninnenraumes übertragen werden.

Zur Putzkonservierung wurden die hohlliegenden Bereiche hinterfüllt. Mittelalterlichen Putzlanken wurden gesichert, mit einem an den Bestand angelehnten Mörtel wurden Fehlstellen ergänzt.  Flächig wurde eine Ausmalung des 19. Jh. überfasst - die Oberflächen wurden dazu mit einem modiiziertem Celluloseleim behandelt und mit einer Lage eines hochwertigen Kunststoffgewebes (Filamant®) überdeckt. Auf der Oberfläche des Kunststoffgewebes erfolgte anschliessend die Neufassung in Kalktechnik.

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