konstruieren

Innerhalb der letzten Jahre haben wir immer wieder Objekte bearbeitet, bei denen es von Nöten war sehr spezifische Technologien anzuwenden. Technologien, die mit den herkömmlichen Arbeitsgeräten und Werkzeugen nicht umsetzbar gewesen wären.

Hierfür konnten beispielsweise im Neuen Museum in Berlin für die Stuck- und Zugarbeiten Einzelteile eines bereits bestehenden Arbeitsgerätes moduliert und so auf die Bedürfnisse vor Ort verändert werden. Für die Wiederanbringung von Wandmalereien, ebenfalls im Neuen Museum in Berlin konnten wir eine Hilfskonstruktion gänzlich neu entwickeln und von qualifizierten Metallbauern umsetzen lassen.

Die Arbeitsabläufe konnten so erst ermöglicht bzw. zumindest deutlich verbessert werden. Das Objekt und der Restaurator konnten geschont werden. Diese veränderten oder eigens konstruierten Werkzeuge tragen unter anderem dazu bei, die Maßnahmen bestandsschonender, sicherer, sinnvoller und auch schneller durchzuführen.

 

Werkzeuge und Hilfsmittel für die Stuckarbeiten und Reapplizierungen im Neuen Museum in Berlin

Im Mittelalterlichen Saal, I. OG im Neuen Museum zu Berlin sollten laut vorgegebenem Konservierungs- und Restaurierungskonzept sämtliche gliedernde Architekturelemente in ihrer ursprünglichen Form rekonstruiert werden. Rücklagen und Binnenflächen sollten demgegenüber eine eher zurückhaltende gestalterische Bearbeitung erfahren, wobei zwischen Decke und Wandflächen unterschieden wurde. Die 16 in den 1980er Jahren abgenommenen Pendentifbilder sollten an der ursprünglichen Position reapliziert werden. Der oberflächenbündige Anschluss von historischen und farbig gefassten, jedoch geschädigten Stuckprofilen an die neu zu ergänzenden Gesimse und Gurtbögen musste berücksichtigt werden. Die erforderlichen Zugarbeiten im Deckenbereich wurden mit Hilfe eines eigens konstruierten Stuckzirkels ausgeführt. An diesem Stuckzirkel wurden Profilschablonen befestigt, die mit einem Klappmechanismus ausgestattet, an den Bestandfragmenten vorbei gezogen werden konnten. Die eigens entwickelten Werkzeuge wurden während der Entwicklung, des Baus und auch noch während der Arbeiten an die Bedürfnisse vor Ort angepasst.


Die zu reaplizierenden Deckenbilder sollten eingeputzt und hinterfüllt werden. Die bis zu 90 Kg schweren Abnahmen mussten dafür in die vorher ausgemessene Position gebracht und bis zur Austrocknung gehalten werden. Dafür wurde ein vierteiliges Halterungssystem entwickelt, das die Korrektur der Position in alle Richtungen ermöglichte.

Der für die Ergänzung des Deckengesimses erforderliche Stuckzirkel - während der zeichnerischen Entwickelung.

Die Umsetzung der Zeichnung im Mittelalterlichen Saal im Neuen Museum.

Die Halterung ermöglicht die Korrektur der Position eines bis zu 90 Kg schweren Deckenbildes während der Reapplizierung.

Ein Klappmechanismus an der Zugschablone ermöglicht das Anarbeiten während der Zugarbeiten an den historischen Bestand.